Wie wichtig sind Hobbyspieler für den Verein?

Gerade in der heutigen Zeit, wo immer wieder auf die schwindenen Mitgliederzahlen in den Vereinen und Verbänden hingewiesen wird, ist es notwendig, dem "Hobbytennis" mehr Beachtung zu schenken.

Denn wer sind eigentlich die Spieler, die an den Hobbyrunden teilnehmen?

Es sind zum Teil ältere Spieler die nicht mehr die Lust haben an den Mai- und Juniwochenden selber in einer Mannschaft zu spielen. Sie wollen lieber ihre Kinder oder Enkelkinder von den Zuschauerrängen aus unterstützen, indem sie Fahrdienst leisten, sich um die Verpflegung kümmern usw. Da die Hobbyrunden größtenteils nach der Medenspielsaison stattfinden, haben sie trotzdem noch die Möglichkeit, sich in organisierten Freundschaftspielen zu messen.
Zum Anderem sind es Spieler im Alter zwischen 35 und 50, die in der Jugendzeit, z.B. während des Graf/Becker-Boom, Tennis gelernt und gespielt haben. Aber wie das mit 17/18 ist, hat man sich dann aber anderen Interessen gewidmet. Mittlerweile sind sie verheiratet, haben Kinder, vielleicht ein Haus gebaut und sind im Job gefestigt. 
Dann kommt schnell die Frage auf: "Und was nun? Golf spielen kann ich immer noch." Also schaut man sich nach einem Bewegungsport um und was ist da naheliegenster, als das man sich an seinen Jugendsport erinnert. 
Also nix wie hin zum alten Tennisverein. Man trifft auf alte Weggefährten aus der Jugendzeit und ist völlig entsetzt, wie gut die Tennis spielen, da sie dem Sport treu geblieben sind. Aber zum Glück gibt es ja eine Hobbymannschaft, in der es Spieler gibt, denen es ähnlich ergangen ist. Nach den ersten Trainingseinheiten im Doppel kommt man immer besser rein und kann bald wieder die "alten Stärken" abrufen. 

Aber das Schönste daran ist, das man sich nach getaner Arbeit, frisch geduscht auf der Terrasse zusammensetzt und sich mal nicht über Job oder Kinder unterhalten muß. Hin und wieder kommt dann auch mal der Partner mit den Kindern auf der Anlage vorbei, um zu schauen ob man wirklich so gut Tennis spielen kann oder ob es nur "Angeberei" war.
Und siehe da: Der Partner kommt plötzlich auch auf den Geschmack und das "erste" gemeinsame Hobby ist gefunden.  Sogar für die Kinder ist mit Sandkasten & Schaukel gesorgt und kleine Tennisschläger gibt es auch noch. Also nix wie zur Geschäftstelle und einen Familienantrag ausgefüllt.

Dann gibt es da noch die Tennisspieler die seid Jahren gespielt haben, aber ihre Mannschaft bricht aufgrund Umzugs-oder Gesundheitsproblemen auseinander. Für die nächst höhere Altersklasse sind sie zu jung und für die jüngere Altersklasse fühlen sich nicht mehr fit genug. Also ab zu den Hobbies, anstatt den Tennisschläger gegen einen Golfschläger zu tauschen.

An diesen drei Beispielen kann man schnell erkennen, welche Vorteile eine funktionierende Hobbyabteilung einem Tennisverein bringen. Der Verein bekommt ehrenamtliche Betreuer mit Sachverstand, die z.B. Jugendmannschaften betreuen können.
Dem Verein bietet sich die Möglichkeit Mitglieder weiterhin an den Verein zu binden, auch wenn keine Mannschaft in einer bestimmten Altersklasse vorhanden ist.

Aber der wohl wichtigste Grund ist die Mitgliedergewinnung durch die "Wiedereinsteiger". Denn durch den einen Hobbyspieler kommen in der Regel zwei bis drei neue zahlende Mitglieder in den Verein, die langfristig gesehen auch den Leistungstennis immens unterstützen, in dem die Kids voll ins Trainingsgeschehen und später im Leistungstennis eingreifen.

Hier eine kleine Textaufgabe am Beispiel der Hobbits des FC Stukenbrock:

2007 bestand die Truppe aus 8 Spielern und ein Spieler steigt wieder ein. Sein Sohn fängt auch mit dem Tennis an.  Zudem kann er einen Jugendfreund dazu bewegen das Racket aus dem Keller zu kramen.

2008 also schon 10 Spieler.
In diesem Jahr steigt ein Spieler aus den 50ern mit ein und auch einen weiteren "Ex-Spieler" hat wieder die Lust gepackt. Er bringt gleich seine Frau und zwei Töchter mit.

2009 sind es dann schon 12 Mann. In diesem Jahr steigt leider ein Spieler aus, doch Ersatz ist schnell gefunden, da der verbreitete Spielspass die Runde gemacht hat. Der Spieler meldet seinen Sohn auch mit an und schickt ihn zum Jugendtraining (auch seine Frau nimmt die ersten Trainerstunden zum schnuppern).

2010 hat es dann einen weiteren Gefährten aus der Jugendzeit erwischt und auch er kann seinen Sohn für den weißen Sport begeistern.

2011 sind es nun 13 Mitglieder.
Durch die Aktivitäten der Hobbits und der guten Pressearbeit ist es nun gelungen auch eine Damenmannschaft zu melden. Dadurch ist eine ähnliche Mitgliederentwicklung entstanden. Eine Ehemalige des Vereins ist z.B. zurück gekommen und hat gleich ihren Mann und ihre zwei Söhne mitgebracht. Und auch zwei weitere Damen haben sich dazu entschieden, den Schläger zu entstauben und ein paar Stunden in der Woche den Streß des Alltags auf und neben dem Platz vergessen, sodas das Team der Hobby-Damen nun auf 10 Spielerinnen zurück greifen kann.

Frage:
Wie viel Mitglieder hat der Verein jetzt mehr und sind ihm erhalten geblieben?

Rechnung:
1 Vater
+ 1 Sohn
+ 1 Kumpel
+ 1 Vater
+ 1 Ehefrau
+ 2 Töchter
+ 1 Vater
+ 1 Sohn
+ 1 Vater
+ 1 Sohn
+ 1 Mutter
+ 1 Ehemann
+ 2 Söhne
+ 8 Damen
23 neue Mitglieder

8 Hobbit
+ 1 50er
-  1 Verletzter
8 erhaltene Mitglieder



Antwort:
Der Verein hat 23 neue Mitglieder gewonnen und 8 sind ihm erhalten geblieben. Und als Bonus gibt es dafür ein wiederbelebtes Clubleben und Nachwuchs für Leistungstennis oben drauf.

Jetzt kann sich also jeder mal ein Bild machen, wie wichtig Hobbymannschaften für einen Verein sind.


Euer Team von Hobbytennis.de

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